Konzept

Meine Tagespflegestelle besteht seit 1994, die Kinder werden von mir in unserem Haus betreut. Es gibt ein Kinderzimmer, in dem das Spielzeug und die Betten untergebracht sind. Die Kinder können sich selbstverständlich im gesamten Haus (6 Zimmer) frei bewegen. Hier gibt es eine Einschränkung: Das Zimmer unseres Sohnes soll nur unter Aufsicht betreten werden, weil unser Sohn nicht erfreut wäre, wenn er nach der Schule seine CD-Sammlung „neu sortiert“ vorfinden würde.
Die Betreuungszeiten richten sich nach den Arbeitszeiten der Eltern, auf Schichtdienst kann eingegangen werden. Auch eine Übernachtung ist nach Absprache möglich. Betreuung am Wochenende sollte die Ausnahme sein.
Gegessen wird im Esszimmer. Der Boden ist mit Laminat ausgelegt, so halten sich die Schäden in Grenzen, denn die Kinder essen möglichst allein, auch wenn es noch nicht so gut klappt.
Im Bad kommen die Kinder bequem an den Wasserhahn, jeder hat selbstverständlich sein eigenes Handtuch
. Ein Töpfchen steht natürlich ebenfalls zur Verfügung.
Die Betten werden zum Mittagsschlaf im Kinderzimmer und in unserem Schlafzimmer aufgestellt; damit ist gewährleistet, dass jeder seinem Schlafrhythmus entsprechend Ruhe findet.
Um unser Haus herum haben wir einen schönen Garten, hier gibt viele Möglichkeiten zum Spielen und Toben. Fast alle Kinder finden es ganz toll, wenn sie im Sommer das Obst pflücken und gleich verputzen können.
Unser Tagesablauf variiert natürlich, je nachdem, wann die Kinder gebracht und abgeholt werden und wie alt sie sind. Zur Zeit betreue ich 4 Kinder im Alter von 1-4 Jahren, sie wohnen in meiner unmittelbaren Umgebung. Im Moment sieht es also etwa so aus:
Zwischen 08.00 – 09.30 werden die Kinder gebracht, danach frühstücken wir gemeinsam. Montags gehen wir zu einem Musikkurs, einmal im Monat in die Bücherei, ab und zu ins Kindertheater. An den anderen Tagen erforschen wir unsere Umgebung oder basteln oder spielen oder „lesen“ Bücher oder treffen uns mit einer anderen Tagesmutter oder gehen auf einen Spielplatz oder wandern durch den Britzer Garten oder oder oder…………….
Zwischen 12.00 und 13.00 wird Mittag gegessen, dann werden die Zähne geputzt (nach Absprache mit den Eltern) und es wird Mittagsschlaf gemacht. Wir essen normale Mischkost. Ich koche grundsätzlich selbst. Da gibt es Gemüseeintopf, Fleisch und Kartoffeln, aber auch mal Eierkuchen. Ich versuche, auf ein gesundes Gleichgewicht zu achten. Auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten kann Rücksicht genommen werden. Nach dem Schlafen gibt es einen Imbiss (Obst, Salat, Yoghurt, auch mal ein Stück Kuchen), die Kinder werden gegen 16.00 abgeholt, eines bleibt bis 20.00, am Wochenende, von Freitag bis Sonntag, übernachtet es hier.
Das Ziel meiner pädagogischen Arbeit ist es, auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes einzugehen. Die Kinder sollen lernen, aufeinander zu zugehen und mit den Stärken oder Schwächen des anderen umzugehen. Ich finde es wichtig, dass die Kinder genügend Zeit und Platz zum Toben und Rennen haben. Da dies in der Wohnung nicht so gut gelingt, gehen wir viel und bei jedem Wetter raus. Hierfür ist es wichtig, dass wetterfeste Kleidung vorhanden ist, die auch schmutzig werden darf. Wir patschen durch Pfützen, kugeln uns im Britzer Garten den Berg hinunter und bauen mit Eierpampe im Buddelkasten. Wir gehen rodeln (wenn irgendwann mal wieder genug Schnee liegt) und bauen einen Schneemann. Hierbei werden alle Sinne angeregt, die Motorik gefördert und Interesse für die Umgebung geweckt. Wenn die Kinder alt genug sind, fließen die Eindrücke, die wir gesammelt haben, in kleine Basteleien ein. Diese sind von mir so ausgewählt, dass sie von den Kids alleine hergestellt werden können. Wenn es dann mal nicht so perfekt aussieht, ist es egal. Es ist für die Kinder entmutigend, wenn man ihnen dauernd den Stift oder die Schere aus der Hand nimmt, um Korrekturen durchzuführen. Sie haben dann bald keine Lust mehr, etwas anzufangen.
Montags gehen wir in eine Musikgruppe. Hier lernen die Kinder, sich in einer größeren Gruppe zurechtzufinden. Außerdem haben sie die Möglichkeit, erste Freundschaften zu schließen.
Mehrmals wöchentlich treffen wir uns mit anderen Tagesmüttern und deren Pflegekindern. Wir versuchen unsere Urlaubszeiten so zu legen, dass wir uns gegenseitig vertreten können. So kennen die Kinder die andere Betreuungsperson und auch das Umfeld schon und haben in der Regel während der Vertretung keine Eingewöhnungsschwierigkeiten.
Sind die Kinder alt genug (ca. 2 ½), versuchen wir uns mit Orffschen Instrumenten (Triangel, Klanghölzer, kleine Handtrommeln, Schellen usw.). Hierbei versuche ich, die Interessen der Kinder zu fördern. Wer keine Lust hat, wird nicht gezwungen mitzumachen.
Ebenso nach dem Alter der Kinder richten sich die Besuche in der Bücherei und im Kindertheater. Hier werden von mir überwiegend Kindermusiktheaterstücke ausgewählt, da hier von den Künstlern immer einige Abschnitte eingeplant werden, bei denen die Kinder zum Mitmachen angeregt werden. Da fällt dann das Stillsitzen zwischendurch nicht so schwer.
Auch das Freispiel kommt nicht zu kurz, hier ist es immer wieder schön mit anzusehen, wie aus einem Nebeneinander ein Miteinander wird. In unserer Leistungsgesellschaft wird das Spiel oft nicht geachtet, weil es nicht produktiv zu sein scheint. Das Spiel ist seinem Wesen nach schöpferisch und beansprucht das Kind mit all seinen Fähigkeiten.
Kinder spielen zum Vergnügen, aber sie spielen nicht zur Erholung
Die Phantasie wird angeregt und auch die Sprache gefördert.
Um meinen eigenen Horizont zu erweitern, nehme ich regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teil. Ich lese Fachliteratur und greife auf einen langjährigen Erfahrungsschatz zurück.
Da mein ältester Sohn Allergiker ist, kann ich auf allergiekranke Kinder besonders gut eingehen.
Ich bin bemüht, immer ein offenes Ohr zu haben und viel Zeit für meine Pflegekinder aufzubringen. Sie sollen den Tag in einer ruhigen Atmosphäre verbringen, ohne Termindruck oder sonstigen Stress. Die Eltern werden beim Abholen kurz über unseren Tagesablauf informiert. Elternabende werden nach Bedarf einberufen.

Wenn die Entscheidung für meine Pflegestelle gefallen ist, wird für das Kind eine Eingewöhnung erforderlich. Bevor das Kind regelmäßig alleine bei mir bleibt, muss es mich natürlich erstmal kennenlernen. Schon vor Beginn der Betreuung kann eine regelmäßige stundenweise Besuchszeit vereinbart werden. Trotzdem sollte ausreichend Zeit bleiben(ca. 2 Wochen), um dem Kind und sich selber eine gute Eingewöhnung zu ermöglichen.


Fazit: Die Kinder sollen eine altersgemäße Selbständigkeit erlangen. Ein verständnisvolles Umgehen miteinander und die Koordination und Motorik sollen gefördert werden.